Eine Sucht kann das eigene Leben zunehmend bestimmen. Das Verlangen nach Alkohol, Medikamenten, Drogen, Glücksspiel oder anderen Suchtmitteln bzw. Verhaltensweisen kann immer mehr Raum einnehmen und sich auf die Gesundheit, Beziehungen, Arbeit und den Alltag auswirken. Häufig kommen Scham, Schuldgefühle oder das Gefühl hinzu, die Kontrolle verloren zu haben.
In der systemischen Therapie betrachten wir Sucht nicht als persönliches Versagen, sondern als ein komplexes Geschehen, das sich im Zusammenspiel verschiedener persönlicher und sozialer Faktoren entwickelt. Gemeinsam schauen wir darauf, welche Funktion das Suchtverhalten für Sie erfüllt und welche Bedürfnisse, Gefühle oder Belastungen damit verbunden sein können.
Dabei betrachten wir auch Ihre Lebenssituation und Ihr Umfeld: Welche Beziehungen geben Ihnen Halt? Wo erleben Sie Belastungen oder Konflikte? Welche Situationen verstärken den Wunsch nach dem Suchtmittel oder Verhalten? Und welche bisherigen Strategien haben Ihnen geholfen, schwierige Situationen zu bewältigen?
Ein wichtiger Teil der Therapie kann darin bestehen, alternative Möglichkeiten im Umgang mit Stress, unangenehmen Gefühlen und belastenden Situationen zu entwickeln. Wir richten den Blick auf Ihre Ressourcen und darauf, was Ihnen dabei helfen kann, wieder mehr Selbstbestimmung und Handlungsspielraum zu gewinnen.
Der erste Schritt kann klein sein. Sich einzugestehen, dass etwas nicht mehr so funktioniert wie bisher, kann bereits ein wichtiger Anfang sein. In der Therapie können Sie offen über Ihre Situation sprechen, ohne verurteilt zu werden, und gemeinsam herausfinden, welche Veränderung für Sie möglich und sinnvoll ist.
Bei einer ausgeprägten Abhängigkeit kann zusätzlich eine spezialisierte suchtmedizinische oder suchttherapeutische Behandlung sinnvoll sein. Je nach Situation kann eine Zusammenarbeit mit weiteren Fachstellen oder Behandler hilfreich sein. Gemeinsam können wir klären, welche Unterstützung Sie benötigen und welcher nächste Schritt für Sie passend ist.
